Feministische Homestory – Zu Besuch bei Linda

Feministische Homestory – Zu Besuch bei Linda

Eine feministische Homestory?

Eine Homestory ist normalerweise ein Beitrag über eine berühmte Person, bei der die Leser*innen einen Blick in deren Privatleben werfen können. Neugierig, wie ich bin, finde ich das spannend. Noch spannender finde ich es jedoch, solche Blicke in das Leben von Menschen zu werfen, die sich als feministisch bezeichnen oder die ich als feministisch wahrnehme. Wie leben sie, was lesen sie, woran hängt ihr Herz?

Daher suchte ich online nach Personen, die sich für meine Idee einer feministischen Homestory begeistern und die ich interviewen darf. Linda Braak melde sich sofort. Denn das ist so ihre Art und Passion: Netzwerke schaffen, andere unterstützen und „einfach mal machen“.

Linda: „Ich bin ich.“

So entstand auch ihr Projekt Frauen, macht!  – mit ganz viel Herzblut, Zufall und Vertrauen in den Prozess.

In unserem Gespräch, in dem wir uns sofort duzen, wird klar, dass alles mit der Female Future Force begann. Die Female Future Force verbindet ein Online-Magazin zu Themen wie Karriere, Gesellschaft und Persönlichkeit, ein Online-Coaching und eine Community. In dieser verfasste Linda im Juni einen Post,  in dem sie von ihrem Lieblingsbuch „Frauen ganz oben“ erzählte, welches Frauen in besonderen Berufen vorstellt. Allerdings in den 1980ern. Linda überlegte, ob es so etwas nicht auch aktuell geben könnte. Nach gefühlten 200 Likes und 100 Nachrichten war ihr klar: „Wir brauchen mehr aktuelle Role models!“ Eine Idee war geboren.

Linda, gelernte Mediengestalterin und studierte Marketingmanagerin, machte das, was sie kann: sie gestaltete eine Homepage und veröffentlichte die ersten Biographien.  Seitdem wächst die Seite und im letzten Jahr fand die erste Reallife-Veranstaltung statt – die alle ihre Erwartungen sprengte. “Es ist einfach passiert, ohne Plan, ohne Ziel, aber mit viel Leidenschaft“, resümiert Linda über die Gründung von Frauen, macht!. Jetzt geht es darum, dass Frauen sich gegenseitig inspirieren, stärken, Mut machen und neue Ideen geben.

„Wir brauchen mehr aktuelle Role models!“

In ihrer minimalistisch eingerichteten Wohnung in Hamburg-Rissen (siehe unten in der Galerie) empfangen mich Linda und der Labrador Emil. Emil  bringt Linda dazu, mehr Auszeiten zu nehmen. „Denn das ist gar nicht immer so einfach für mich, ich sage zu oft ja.“ Auch Gartenarbeit, Meditieren und ans Meer fahren helfen. Das ist wichtig, denn Linda ist viel unterwegs,

Emil, der Auszeitverpflichter

auf Netzwerkveranstaltungen, bei Business-Lunchs. „Über dein Netzwerk läuft verdammt viel. Es bietet die Chance, viele Dinge schneller oder besser aufzubauen.“ Linda betont besonders, dass Netzwerken ein Nehmen und ein Geben sein muss.

Auf die Frage, ob Linda sich als Feministin bezeichnet, zuckt sie die Schultern. „Von außen betrachtet werde ich auf jeden Fall als solche wahrgenommen.“ Sie fordert Gleichberechtigung und Gleichbehandlung ein und findet es wichtig, Themen wie die Frauenquote diskutierbar zu machen.

Alles auf die nächste Chance

Zum Abschluss unseres Gespräches finde ich auf Lindas Küchentisch einen Kronkorken mit der Inschrift „Alles auf die nächste Chance“. Besser ist Lindas Einstellung zum Leben wohl nicht zu beschreiben.

Du hast auch Lust auf eine feministische Homestory? Dann melde dich gerne! Es ist egal, wo du wohnst, ob oder was du arbeitest, ich bin immer neugierig. Das Interview kann auch anonymisiert erfolgen.

 

 

Zombiane liebt vermeintlich hässliche Architektur, ungeliebte Stadtteile und Feminismus. Außerdem ist sie Fan von Nerd-Kram wie Buffy, Dr. Who, Akte X, Sailor Moon. Jedes Jahr ist sie auf dem Wacken anzutreffen und manchmal auf Zombie-LARPs.

Im real life ist Zombiane Pädagogin und plant gerade an einer Selbständigkeit herum.

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