Endometriose – mehr als nur Menstruationsschmerzen

Endometriose – mehr als nur Menstruationsschmerzen

Wusstet ihr, dass das Fachwort für Gebärmutterschleimhaut Endometrium ist? Ich auch nicht. Aber von Endometrium kommt der Name Endometriose: Eine chronische Erkrankung, die bei Menschen mit Gebärmutter auftreten kann. Die Gebärmutterschleimhaut von gesunden Menschen baut sich mit dem Zyklus in der Gebärmutterhaut auf und ab. Bei Menschen mit Endometriose baut sich die Gebärmutterschleimhaut auch an anderen Orten im Körper an. Dem Darm zum Beispiel. Oder der Blase, den Eierstöcken, den Eileitern, dem Bauchfell. Manchmal sogar auf der Lunge. Klingt nicht so spaßig? Ist es auch nicht.

Endometriose verläuft meist gutartig. Das heißt es ist nicht tödlich. Beruhigend, nicht wahr? Geht so. Denn unbehandelt kann Endometriose immer noch zu Unfruchtbarkeit führen, was nicht so dufte ist, wenn mensch irgendwann ein Kind will. Zu anderen Symptomen kommen wir gleich. Erstmal noch der Hinweis, dass Endometriose verdammt oft und verdammt lange unbehandelt bleibt. Da die Krankheit kaum erforscht ist und auch unter Ärzt*innen nur wenig bekannt, dauert es im Durchschnitt sechs Jahre von den ersten Beschwerden bis zur Diagnose. Sechs Jahre. Und das ist nur der Durchschnitt – das heißt, bei vielen Menschen dauert es noch länger.

Bevor wir über Symptome sprechen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich keine medizinische Ausbildung habe. Ich bin nicht qualifiziert, euch eine Diagnose zu verpassen. Selbst-Diagnosen sind meistens auch nicht das Beste. Aber solltet ihr euch in der folgenden Beschreibung wiederfinden, wäre es vielleicht gut, mal bei eine*r Ärzt*in vorbeizuschauen.

Das wohl häufigste Symptom sind Schmerzen. Sehr fiese und starke Schmerzen. Mit einer der Gründe, warum zu viele Menschen sich zu spät Hilfe suchen: Es wird immer so getan, als wären Menstruationsschmerzen eine Kleinigkeit, als würden eine Wärmflasche und eine Schmerztablette das schon richten, stellt euch doch nicht so an. Bei Menschen mit Endometriose können die Schmerzen aber zum Erbrechen oder zur Bewusstlosigkeit führen. Selbst wenn ihr „nur“ jeden Monat mehrere Schmerztabletten nehmen müsst, um klar zu kommen: Das ist nicht normal und wir dürfen deswegen jammern.

Neben Krämpfen sind auch Bauch- und Rückenschmerzen üblich. Noch dazu eine sehr starke und unregelmäßige Monatsblutung. Blasen- und Darmkrämpfe, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Blutungen aus Blase oder Darm stehen auch auf der Liste der Symptome.

Was auch immer ihr für Beschwerden habt: Ein Ärzt*innen-Besuch kann nicht schaden, ist im Zweifelsfall nur blöd und nervig und unangenehm. Wenn ihr euch speziell zu Endometriose beraten lassen wollt, schaut doch mal ob in eurer Nähe ein Endometriose-Zentrum ist. Die Endometriose Vereinigung Deutschland e.V. hat hier eine Liste.

Egal, ob ihr Endometriose habt oder nicht – starke Menstruationsschmerzen sind fies. Was euch vielleicht helfen kann:

  • Yoga. Oder Bewegung ganz allgemein
  • Wärme – egal ob Wärmflasche oder Kirschkernkissen oder was ihr eben mögt.
  • Frauenmantel-Tee
  • Grüntee-Kapseln
  • Schmerztabletten (keine Dauerlösung – das geht langfristig auf andere innere Organe. Wenn ihr jeden Monat Schmerztabletten braucht, ab zum*zur Ärzt*in!)
  • die Pille oder eine andere hormonelle Verhütungsmethode. Das schreibe ich nur sehr ungern, weil hormonelle Verhütung mit ganz eigenen, kritisch zu betrachtenden Risiken und Nebenwirkungen einher geht. Und wenn ein Kinderwunsch besteht, ist das eh keine Lösung. Aber verschweigen wollte ich das auch nicht.

Ganz allgemein gilt: Wenn ihr regelmäßig starke Schmerzen habt, holt euch Hilfe. Wenn ihr das Gefühl habt, dass mit eurer Menstruation irgendwas nicht stimmt, holt euch Hilfe. Wenn euch jemand sagt: „Stell dich nicht so an, das haben schon Generationen von Frauen* vor dir ausgehalten“ – sage freundlich: „Fuck you“. Oder, wenn beleidigen nicht so deins ist, könnte eine alternative Antwort sein: „Generationen von Frauen* vor mir haben sich schon nicht getraut über Menstruationsbeschwerden zu sprechen – meinst du nicht, dass es mal an der Zeit wäre, das zu ändern!?“

Alica ist das verkörperte Klischee einer Künstlerin, studiert dazu irgendwas mit Medien und hat eine Leidenschaft für Harry Potter. Wenn sie groß ist, will sie Superheldin werden.

3 thoughts on “Endometriose – mehr als nur Menstruationsschmerzen

  1. Beide Antworten halte ich für sehr gerechtfertigt.
    Überhaupt finde ich es immer recht kurios, wenn andere Menschen sich einbilden, besser über die Aushaltbarkeit von Schmerzen Bescheid zu wissen, als mensch selbst…

    Liebe Grüße,
    Sabrina

  2. ergänzung zur liste: gegen starke blutungen/schmerzen und auch endometriose hilft mönchspfeffer (tabletten) oft sehr gut! wirkung setzt aber erst nach ca. 3 monaten ein.

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